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Träger der Tagungsstätte ist der Verein Bibelheim der Mennoniten Thomashof e.V. Lesen sie hier über die Geschichte des Trägervereins von Gestern bis Morgen. Ein Ausschnitt aus der Festschrift zum 75 jährigen Bestehen 1999. |
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Am 18. März 1924 kamen denn auch die Brüder Christian Schnebele, Worms, Michael Horsch, Hellmannsberg (Bayern) und Bruder Wiebe, Starnberg bei David Horsch zu einer Vorbesprechung zusammen. Sie ergriffen die Initiative und luden weitere Brüder auf den 26. März 1924 auf den Thomashof ein. Es waren dies Jakob Brubacher, Martin Funck, David Hege, Ulrich Hege (Markt), David Horsch, Michel Horsch, Johannes Hotel, Christian Schnebele und Johannes Wiebe. Nach eingehender Beratung, so steht es im Gründungsprotokoll, beschlossen sie das "Kurhaus Thomashof" für 70 000 Goldmark zu kaufen und in ein christliches Erholungsheim und eine Versammlungsstätte zu Bibelkursen und Tagungen für die Mennoniten umzuwandeln. Diese Kurse sollten als einziges und ausschließliches Ziel haben: "Weckung und Förderung entschiedenen, dem Herrn hingegebenen Glaubenslebens". In den freien Zeiten sollte das Haus Erholungssuchenden und für Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften offen sein. Das Gemeindeblatt der Mennoniten Nr. 8/1924 berichtet von der großen Freude über den Ankauf. Am 29. Juli 1924 fand die feierliche Einweihung des Bibelheims statt, nachdem es bereits am 1. Mai 1924 in Betrieb genommen wurde. Über 300 Geschwister waren anwesend als Michael Horsch es seinem Zweck übergibt. "Dir sei es anvertraut. Dir unserem Heiland. Laß es eröffnet sein für Dich". Bruder Christian Schnebele hielt die Festpredigt über das Thema: Licht zu geben und Leben zu retten. So durften die Väter des Thomashofes einen Tag erleben, an dem Gottes Segen und seine Nähe spürbar waren. Von Anfang an hat man sich für die Rechtsform des eingetragenen Vereins entschieden. Der Verein bestand zunächst aus dem Brüderrat. Alle Mennoniten sollten aber Miteigentümer sein, mittragen, mitbeten, mithelfen und das Bibelheim als ihr Heim betrachten. In der Gründungssitzung im März 1924 war David Horsch als 1. Vorsitzender gewählt worden. Von 1948 - 1962 war Johannes Hotel, Batzenhof 1. Vorsitzender des Brüderrates. |
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Mit Zunahme der Anforderungen und der sich daraus ergebenden Erweiterung der Baulichkeiten hatte sich der Kreis der mitverantwortlichen Personen mehr und mehr vergrößert. So war es eine folgerichtige Entscheidung, den Verein auf eine breitere Basis zu stellen. Alle Gemeinden des damaligen Verbandes baden-württembergisch, bayrischer Mennonitengemeinden wurden zum Beitritt in den Thomashof e.V. eingeladen und am 9. Januar 1962 trat die erweiterte Mitgliederversammlung erstmals zusammen. Neuer Vorsitzender wurde Kurt Lichdi, Heilbronn 1962 - 1974. Er wurde abgelöst von Rüdiger Fellmann, Mönchzell der von 1974 - 1986 das Amt des 1. Vorsitzenden ausübte. Sein Nachfolger wurde Heiner Zeisset, der bis 1991 1. Vorsitzender war. Seit 1991 führte Otto Funck, Giebelhof die Geschäfte des Vereins Bibelheim der Mennoniten Thomashof e.V. Die geistliche Leitung oblag von 1924- 1960 Christian Schnebele. Sein Sohn Adolf Schnebele war Hausvater und Heimleiter von 1960 - 1973, und von 1975 - 1983 geistlicher Leiter. Von 1973 - 1975 war Walter Wüstrich Heimleiter, Gudrun Böhm war es dann von 1975 - 1982, Ruth Dyck war nur ein Jahr in der Heimleitung tätig bis 1983. Von 1983 - 1993 war Bernd Dyck Heimleiter und geistlicher Leiter. Ab 1993 war Titus Horsch Tagungsstättenleiter. Auftragsgemäß wurden auf dem Thomashof Bibelkurse abgehalten, Bibelkurse für Jedermann, Jugendbibelkurse und Lehrkurse (die heutige Rüstzeit für Gemeindemitarbeiter). Andere Seminare und Freizeiten sind dann später hinzugekommen. In den Sommermonaten wurde das Haus als Erholungsheim geführt. Für die Gäste wurden tägliche Andachten und sonntags Gottesdienste abgehalten. Daneben gab es Dauergäste, die ganzjährig auf dem Thomashof wohnten. Nachdem diese Gäste zum Teil bis zu 20 Jahre bei uns wohnten hat man sie auch im Alter dort wohnen lassen und so entwickelte sich derThomashof auch zum Altenheim, später dann auch zum Pflegeheim. Auch hier haben die jeweiligen geistlichen Leiter in großer Treue täglich Andachten gehalten und Dienste am Kranken- und Sterbebett getan. |
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Eine gute Entscheidung hatte der Brüderrat damit getroffen, daß der Thomashof die Hei- mat der Mennonitischen Krankenschwestern sein sollte. Seit September 1924 wohnten unsere Schwestern auf dem Thomashof und haben durch ihren Einsatz und ihre Mitarbeit wesentlichen Anteil an der Entwicklung des ganzen Werkes. Die bauliche Entwicklung des Thomashofes hat sich immer den Anforderungen des Werks angepaßt. Zunächst wurde 1956 das Waldheim gebaut. Ursprünglich als Schwesternheim gedacht, wurde es bald als Gästehaus benutzt. Das Gartenheim wurde neu erstellt, mit Zimmern für Dauergäste und einer neuen Küche. Der große und kleine Speisesaal konnte im Januar 1967 eingeweiht werden. Das Friedensheim wurde 1974 renoviert und das Waldheim konnte mit Unterstützung von Aktion Sorgenkind 1975 - 1977 behindertengerecht umgebaut werden. 1983 wurde das Heimleiterhaus gebaut. Vieles konnte nur geleistet werden, weil sich immer wieder viele Einzelpersonen und Gemeinden hinter das Werk Thomashof stellten und mit ihren Spenden dazu beigetragen haben, die notwendigen Investitionen zu tätigen. Unter Einbeziehung der Mitgliedsgemeinden hat der Vorstand in den Jahren 1990 - 1995 um die Frage gerungen, wie es mit dem Thomashof weitergehen solle. Aufgrund der Entwicklung im Alten- und Pflegebereich hätten hier grundlegende kostenintensive Veränderungen vorgenommen werden müssen. Es stellten sich viele Fragen. Sollte der Thomashof nur noch Altenheim sein? Nur noch Tagungsstätte? Könnte nicht ein Altenwohnheim errichtet werden? Sollte man den Thomashof nicht ganz verkaufen und eine kleine Lösung an einem anderen Ort suchen? Beim durchlesen der Protokolle hat sich herausgestellt, daß der erste Brüderrat, der noch mit seinem eigenen Vermögen für die Erfüllung der übernommenen Aufgabe eingestanden ist, bereits 1927 ernsthaft erwog, den Thomashof wieder zu verkaufen. Das Ergebnis war diesmal das gleiche wie damals. Der Vorstand konnte unter Einbeziehung der Stellungnahmen der Gemeinden der Mitgliederversammlung den Verkauf nicht empfehlen und so kam es zu der Entscheidung, die Altenarbeit zu beenden. Der Thomashof sollte künftig nur noch Tagungsstätte sein. Das Friedensheim wird an das Jugendwerk der KSM vermietet. Das Erdgeschoß im Friedensheim und den Gemeindesaal mietet die Gemeinde Karlsruhe-Thomashof. Damit war eine ganz neue Entscheidung getroffen, die dem Vorstand aber auch aufzeigte, wo für den Tagungsbereich noch Nachholbedarf besteht. Es fehlte an Gruppenräumen und an einer Rezeption. So kam es dann in Zusammenarbeit mit Architekt Penner zu dem Neubau des Verbindungsbaus zwischen Waldheim und Gartenheim, dessen Fertigstellung und Inbetriebnahme wir im April 1998 bereits feiern durften. Anläßlich des 75jährigen Jubiläums am 1. und 2. Mai 1999 war die offizielle Einweihung. Mit diesem Neubau verfügt der Thomashof jetzt insgesamt über 110 Betten mit 2 großen Tagungssälen und 2 bis 4 variablen Gruppenräumen. Im Keller des Neubaus gibt es einen Freizeitraum und im Dachgeschoß gibt es einen Raum der Stille für Andacht und Anbetung. Für diesen Raum sind wir besonders dankbar. |
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Das gesamte Raumangebot ermöglicht Tagungen von großen Gruppen oder von mehreren kleinen Gruppen zu gleicher Zeit. Darüber hinaus bietet sich der Thomashof an für Familienfeste aller Art mit Übernachtungsmöglichkeiten. Die Küche ist darauf eingestellt, alle Mahlzeiten über das Selbstbedienungsbuffet abzuwickeln, wobei bei Festen natürlich auch serviert werden kann. Die Veranstaltungen haben sich wohl geändert, geblieben ist unser Auftrag "Weckung und För- derung des Glaubens". Diesem Auftrag kommen wir nach, indem wir Tagungsarbeit leisten in Verbindung mit unseren mennonitischen Werken. Wir sind dabei, den Trägerkreis zu erweitern in dem wir weitere Mennonitengemeinden zur Mitgliedschaft einladen. Wir wünschen uns, daß derThomashof zu einer festen Größe im mennonitischen Raum wird. Nicht nur Mennoniten aus dem Verband deutscher Mennonitengemeinden (VdM) sollen hier ein und ausgehen. Unser Ziel ist es, daß Mennonitengemeinden aus ganz Deutschland die Tagungsstätte Thomashof als IHRE Tagungsstätte sehen und verstehen. Darüber hinaus möchten wir die Kontakte zu Gemeinden und Werken unserer europäischen Nachbarn intensivieren und ausbauen. Das MCC Büro für Europa könnte einmal auf dem Thomas- hof sein. Mit dem Vermächtnis von Tante Paula Unruh, dem Anwesen Friedenshöhe, werden sich weitere Möglichkeiten auftun, den Thomashof zu einer Zentrale der Mennoniten werden zu lassen. Es war nicht immer leicht, Schritte nach vorne zu tun. Heute dürfen wir feststellen, wir sind auf einem guten Weg. Gott hat uns seinen Segen spüren lassen, und viele Menschen gingen als Gesegnete durch unser Haus. Es ist gut zu sehen, daß Gott unser Bibelheim Thomashof, unsere Tagungsstätte Thomashof zu seinem Werk gebraucht und gebrauchen will. Eine wichtige Zielgruppe dabei sind alle unsere Gemeinden. Aus unseren Protokollen der 75 Jahre geht hervor, daß die verantwortlichen Leiter, Mitarbeiter, Vorstände immer darum gerungen haben, nach dem Willen Gottes zu fragen und nach dem was für unsere Gemeinden gut ist. Einen herzlichen Dank an Alle, die mitgearbeitet haben, die mit ihren Gaben das Werk unterstützt haben in guten wie in schlechten Zeiten. Auch in Zukunft wird der Thomashof auf Unterstützung angewiesen sein. Auch in Zukunft wird der Thomashof Menschen brauchen, die sich in den Dienst Gottes in diesem Werk stellen lassen. Wir wünschen uns, daß das Wort das dem Thomashof mit auf den Weg gegeben wurde. Licht zu geben und Leben zu retten, auch weiterhin wirksam bleibt. Gottes Pläne sind zum Staunen, wunderbar wie er sie
hinausführt. Otto Funck, |
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